O du ungläubiges und verkehrtes Geschlecht! Wie lange soll ich bei euch sein? Wie lange soll ich euch ertragen? Bringt ihn her zu mir! (Mt. 17,17)

Wieder einmal eine Situation, in der Jesus seine Jünger zusammenstaucht. Und man hört fast so etwas wie Frust aus den Worten Jesu. Was war passiert? Der Dienst Jesu auf Erden nähert sich dem Ende, und damit auch die Zeit, in der er wirken konnte. Er hatte seine Jünger bei sich, die Zeugen vieler Zeichen und Wunder geworden waren und mittlerweile einiges gelernt haben sollten. Doch in dieser Situation sind sie nicht in der Lage, den mondsüchtigen Sohn eines Mannes zu heilen. Jesus stöhnt einmal kurz über seine Jünger, und treibt den Dämon aus.

Etwas später folgt die Manöverkritik. Die Jünger fragen Jesus, warum sie versagt haben, und seine Antwort ist: „Wegen eures Unglaubens“ (V. 20).

Beachte die Worte Jesu in Vers 17: ungläubig und verkehrt. Statt verkehrt kann man auch verdreht einsetzen. Unglaube macht etwas mit dir! Unglaube lässt dich die Richtung ändern! Unglaube dreht deinen inneren Kompass und schickt dich sozusagen in die Wüste, nämlich in eine Richtung, in der Versagen und Misserfolg vorprogrammiert ist.

Als Menschen des Glaubens muss uns eine Sache bewusst sein: dieser Lebensstil  beansprucht uns zu 100 %, 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche und zwar lebenslang. Jeder Funken von Zweifel ist wie ein Sandkorn im Getriebe unseres Glaubenslebens. Und je mehr Sand sich dort ansammelt, desto lauter wird das Knirschen, und irgendwann funktioniert das Getriebe nicht mehr.

Glaube ist ein Lebensstil, der in erster Linie mit deinem Denken zu tun hat. Dein Denken wiederum wird beeinflusst von den Informationen, die du zulässt. Ein Prediger, auf dessen Konferenz ich kürzlich war, sagte, dass er nicht einmal den Nachrichten im Radio erlaubt, seinen Kopf mit Informationen anzufüllen. Wenn dort über eine Grippe-Welle gesprochen wird, spricht er sofort im Glauben dagegen und proklamiert, dass sein Körper gesund und stark ist und bleibt. Wenn über den Niedergang der Wirtschaft gesprochen wird, bekennt er sofort Wachstum und Ausdehnung über seinen eigenen Finanzen und seinem Unternehmen. Dieser Mann ist Anfang 60 und sieht aus wie Mitte 40. In den Zeiten, wo Aktien 50 % an Wert verloren haben, haben seine Aktien 50 % Gewinn gemacht. Sein Dienst ist weltweit aktiv und erreicht das Leben hunderttausender von Menschen. Ist er anders als du oder ich? Das entscheiden wir selbst!

Die Frage ist: Was glauben wir? Und woher ziehen wir die Informationen, auf die wir unseren Glauben stellen? Eine fast noch wichtigere Frage ist: Glauben wir alles, was uns gesagt wird? Oder vergeichen wir Informationen mit unserem Glaubensfundament und sortieren aus, was da nicht hineingehört? So wird dein Glaubensleben auf einer neuen Ebene funktionieren!

Als Christen sagen wir natürlich, dass Gottes Wort das Fundament unseres Glaubens ist. Und wir lernen mehr und mehr, den guten Kampf des Glaubens zu kämpfen, indem wir Schriftstellen wie Schwerter gebrauchen, um Krankheitssymptome oder Nöte unseres Lebens niederzudreschen. Und es funktioniert! Doch gibt es eben eine noch viel subtilere Ebene, wo wir unbewusst erlauben, dass Sand in unser Getriebe des Glaubens gestreut wird. Das ist genau diese Ebene unserer Gedankenwelt. Jede einzelne Information, die nicht dem Maßstab Gottes für dein Leben enstpricht, hat das Potential, dein Glaubensleben zu blockieren. Denn in dem Moment, wo du es am wenigsten gebrauchen kannst, stört dieses eine Sandkorn den Antrieb.

Die Jünger Jesu standen nicht zum ersten Mal vor der Aufgabe, einen Dämon auszutreiben. Sie hatten es in der Vergangenheit bereits mit Erfolg getan! Warum versagen sie ausgerechnet in diesem Moment? Jesus sagt ihnen: Das Problem ist der Unglaube. Wir können also offensichtlich Siege im Glauben feiern, und doch in anderen Momenten scheitern. Doch es gibt einen Weg, mehr und mehr zu siegen und weniger und weniger zu scheitern. Beginne, jeden Tag und jeden Umstand durch die Brille des Reiches Gottes zu betrachten! Und schirme systematisch jede Information von dir ab, die mit dem Reich und den Maßstäben Gottes für dein Leben nichts zu tun haben. Ist das realitätsfern? Nein, es ist realitätsbewusst! Du machst dir die Realität klar, die für dein Leben stimmt, und das ist die Realität des Reiches Gottes. Jesus hat dich errettet aus dem Machtbereich der Finsternis und hineinversetzt in das Reich Gottes (Kol 1,13).

Schweizer Präzisionsuhren werden in Räumen montiert, deren Luft frei von Staub ist und wo kein noch so kleines Sandkorn zwischen die Zahnräder geraten kann. Das macht ihre Qualität aus. Und das kann der Schlüssel für dich sein, um permanent und immer mehr im Glauben zu leben und Siege zu feiern.

Und wenn es doch mal danebengeht? Dafür gibt es einen Super-Leitsatz: „Hinfallen, aufstehen, Krone richten, weitergehen!“ (Verf. unbekannt)