Und siehe, eine Stimme kam vom Himmel, die sprach: Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe! (Mt 3,17)

Hast du dir schon einmal die Frage gestellt, woher Jesus wusste, dass er Gottes Sohn ist? Die Antwort ist relativ einfach: Gott hat es ihm gesagt! Hast du dir schon einmal die Frage gestellt, woher Kinder wissen, wer ihre Eltern sind? Sie lernen es! Ich will nicht in die Tiefen von Genen, Seelenverbindungen und ähnlichen Theorien einsteigen, wo Eltern oder Kinder „intuitiv“ spüren, dass sie gar nicht in diese Familie gehören. Doch interessanterweise sind in der Regel die ersten zwei Worte, die Kinder lernen, Mama und Papa. Und sie lernen es, indem es ihnen jemand vorspricht und meistens dabei mit dem Finger auf die entsprechende Person zeigt.

Eltern bringen ihren Kindern in den ersten Monaten bei: Du bist unser Kind, und wir sind deine Eltern. Es entsteht eine Überzeugtheit und ein Wissen, das unerschütterlich ist. Auch nach Jahrzehnten hat sich nichts daran geändert, ich weiß genau, wer meine Eltern sind (auf die tragischen Fälle, in denen Kinder manchmal erfahren, dass ihre leiblichen Eltern jemand anders ist, möchte ich hier nicht eingehen, denn mir geht es um ein Prinzip, mit dem auch Gott arbeitet). Wir lernen in der Beziehung mit unseren Eltern, wen wir als Mutter oder Vater ansprechen können, und wen nicht. Wenn Kinder lernen, „Mama“ zu sagen, sagen sie das zu allem und jedem. Sie zeigen auf den Dackel, sagen Mama, ernten Gelächter und werden sofort korrigiert. Irgendjemand sagt garantiert: Nein, das ist doch der Hansi! Deine Mama ist da drüben! Guck mal, das ist die Mama! Nach einer Weile wird man diesem Kind nicht mehr jede x-beliebige Frau als Mutter vorstellen können. Das Kind weiß ganz genau, wer seine Mutter ist, und wer nicht. Es ist in der Lage aus einer Masse von Frauen die eine einzige herauszufinden, die es als seine Mutter kennt.  

Und dann gibt es noch einen zweiten interessanten Aspekt: jemanden als Vater zu bezeichnen, der sagt: Moment mal, ich kenn dich gar nicht!, ist witzlos. Vaterschaft hat nur dann einen Sinn, wenn derjenige bestätigt: ja, das ist mein Kind! Wir könnten jeden x-beliebigen Mann mit Vater ansprechen, doch nur einer wird reagieren und die Vaterschaft bestätigen! Siehst du die Wechselbeziehung zwischen Eltern und Kind? Ich finde das so gewaltig, wie Gott das eingerichtet hat. Die Beziehung zwischen Eltern und Kindern ist auf ein gegenseitiges Wissen, Erkennen und Bestätigen ausgelegt.

Was hat das mit einem christlichen Blog zu tun? Gut, dass du fragst! Doch es hat mich total geflasht, als ich erkannte, dass Gott ganz genauso mit uns arbeitet! Es ist total spannend zu sehen, wie Gott für die gleiche Wechselwirkung in unserer Beziehung zu ihm und seiner Beziehung zu uns gesorgt hat.

In dem Moment, als wir von neuem geboren wurden, wurde unser Geist lebendig gemacht. Dieser Geist steht in permanenter Beziehung zu Gott: Weil ihr nun Söhne seid, hat Gott den Geist seines Sohnes in eure Herzen gesandt, der ruft: Abba, Vater! (Gal 4,6). Gott selbst sorgt dafür, dass wir in dieser Verbindung mit ihm stehen, wo wir genau wissen, wer unser Vater ist. Unser wiedergeborener Geist ruft permanent den Papa. Dieser Geist streckt sich ganz automatisch aus nach ihm. Ich rede jetzt nicht nur von Gebetszeiten oder dem Bibellesen. Sondern ich spreche von diesem tiefen inneren Wissen, dass du jederzeit zum Vater kommen kannst, und sei es nur in einem einzigen Satz beim Autofahren oder Einkaufen, wo du ihm sagst: Papa, ich liebe dich!

Und das großartige ist, dass Gott auch für Teil zwei gesorgt hat: Der Geist selbst gibt Zeugnis zusammen mit unserem Geist, dass wir Gottes Kinder sind (Röm 8,16). Gott hat uns nicht nur den Geist gegeben, der ihn Vater nennt, sondern sein Geist in uns bestätigt uns permanent: Du bist mein Kind! Die gleiche Wechselbeziehung, die wir gerade bei natürlichen Eltern und Kindern betrachtet haben, hat Gott auch für die Beziehung zwischen ihm und uns eingerichtet. Es ist ein ständiger Wechsel von Abba, Vater und Du bist mein geliebtes Kind. Es mag sein, dass wir das nicht immer so deutlich wahrnehmen. Doch wenn du einen Moment innehältst und still wirst, bewußt mit deinem Vater im Himmel sprichst, wirst du in dir die Reaktion spüren. Du wirst die Antwort des Geistes Gottes in dir wahrnehmen, der dir bestätigt: Mein Kind.

Wann immer du in einer Situation bist, wo du Hilfe brauchst oder einfach nur das Wissen, dass du nicht allein bist, wo du dich danach sehnst, die Stimme deines Vaters zu hören, kannst du auch nur in Gedanken sagen: Abba, Papa. Und ich versichere dir: die Antwort wird nicht ausbleiben.

Wenn du nicht sicher bist, ob du Gott wirklich deinen Vater nennen kannst, oder wenn du weißt, dass er noch gar nicht dein Vater ist, dann kannst du ein ganz einfaches kurzes Gebet sprechen und Jesus in dein Leben einladen, denn Jesus ist der Weg zum Vater. Niemand kommt zu Gott, außer durch ihn. Du kannst ganz einfach sagen:

Jesus, ich möchte mit dir und dem Vater leben. Ich möchte zur Familie Gottes gehören. Ich bitte dich, dass du in mein Leben kommst und mein Leben mit deiner Gegenwart erfüllst. Ich danke dir, dass nun dein Geist in mir wohnt, und dass Gott nun meiner Vater ist. Amen

Wenn du dieses Gebet das erste Mal gesprochen hast, würde ich mich über eine Nachricht von dir freuen, denn dann würde ich dir gern mit den ersten Schritten als Mitglied der Familie Gottes helfen. Schreib mir doch ein Email an: Facinggrace{at}hotmail.com