In ihm seid auch ihr, nachdem ihr das Wort der Wahrheit, das Evangelium eurer Errettung, gehört habt – in ihm seid auch ihr, als ihr gläubig wurdet, versiegelt worden mit dem Heiligen Geist der Verheißung (Eph 1,13)

Einer der geliebten Paulinischen Schachtelverse, der beim ersten Überfliegen ein Hä? provoziert.

Doch was Paulus hier beschreibt, ist ein Prozess, der für unser Leben von größter Bedeutsamkeit ist, und zwar sogar nach unserer Bekehrung! Er spricht hier vom Hören, vom gläubig werden und vom versiegelt sein. Das Siegel des Heiligen Geistes ist das Ergebnis des Ablaufs von Hören und gläubig werden. Ein Siegel hat zweierlei Bedeutungen. Zum einen stellt es sicher, dass nichts eindringt oder herauskommt (das gilt für Schiffe, Räume und auch Briefe, deren Inhalt kein Unberechtigter lesen oder verändern sollte). Doch zum anderen ist ein Siegel auch das Symbol für Besitzanspruch. Wenn die Polizei eine Wohnung versiegelt, tut sie das mit einem kleinen, dünnen Papierstreifen. Doch wer es bricht, hat ein großes Problem.

Paulus beschreibt hier also, wie das Siegel des Heiligen Geistes persönlich auf uns kommt, wie Gott uns ver-siegelt und seinen Besitzanspruch für unser Leben und alles, was dazugehört, auf uns legt. Es ist der ganz einfache und doch so schwierige Prozess von Hören UND Glauben. Wenn es um das Evangelium unserer Errettung geht – also darum, dass wir einen Weg gefunden haben, der Hölle zu entgehen – sind wir schnell an Bord, nachdem wir uns denn bekehrt haben. In der Regel kann uns niemand mehr unsere Errettung ausquatschen. Doch das Evangelium umfasst weit mehr, denn es bezieht sich auf alle Lebensbereiche, für die Christus am Kreuz Befreiung, Heilung, Versorgung, Schutz, Frieden usw. erworben hat. Diese Bereiche werden für uns allerdings erst meistens dann interessant, wenn sie akut sind. Das Evangelium von göttlicher Heilung interessiert uns normalerweise erst, wenn wir krank sind. Es wird in unserem Leben immer und immer Situationen geben, wo wir dieses Evangelium unserer Errettung in Christus brauchen.

Doch wirklich spannend wird es, wenn wir nicht nur ein paar blumige und tröstliche Worte brauchen, sondern ein Wunder von Gott. Da zeigt sich, aus welchem Holz wir wirklich geschnitzt sind. Nehmen wir mal an, du liest in der Bibel über göttliche Versorgung. Bibellesen ist übrigens auch nichts anderes als Gottes Wort hören. Jemand hat Gottes Reden gehört und hat es aufgeschrieben. Was glaubst du, wie Paulus seine Briefe verfasst hat? Ich bin sicher, er hat über diesen Gemeinden gebetet und von Gott Rat und Antwort erwartet hat. Und was er von Gott empfing, hat er als Brief verfasst und an die Gemeinden gesandt. Das mal am Rande. Also, du liest die Bibel oder hörst eine Predigt, in der es um Versorgung geht. Du hörst die Botschaft, dass Gott mächtig ist, jede Gnadengabe im Überfluss zu spenden, so dass du allezeit alle Genüge in allen Dingen hast und überreich bist zu jedem guten Werk (2 Kor 9,8). Die spannendste Moment der Predigt ist deine Reaktion auf das gehörte Wort.

Das Neue Testament zeigt uns immer wieder, dass wir uns nur unter einer Voraussetzung auf Gottes Wort stellen können: wir müssen es glauben. Das Volk Israel war in Schwierigkeiten, denn sie hörten wohl die Botschaft von Gott, doch es half ihnen nichts – weil sie das Gehörte nicht mit Glauben verbanden (Hebr 4,2). Glauben ist ein aktiver Entscheidungsprozess unsererseits. Ich entscheide mich, das zu glauben, was Gott in seinem Wort sagt. Ich höre (oder lese) es, treffe eine Entscheidung, das für die Wahrheit zu halten – und erst dann kommt der Stempel Gottes auf mein Leben oder mein Detail-Anliegen. Erst dann kommt das Siegel, mit dem Gott sagt: Meins. Wenn wir Gottes Handeln in unserem Leben erwarten, ist es mit einer Gott, wenn du willst, kannst du-Haltung längst nicht getan. Was wir brauchen ist eine sture Ich glaube Gott, dass er kann und wird-Haltung.

Übrigens bezieht sich der Glaube auf das, was wir aus Gottes Wort hören oder lesen – nicht auf das, was andere sagen. Wenn mir jemand predigt, dass im Himmel Jahrmarkt ist und mir keine Bibelstelle dazu angeben kann, habe ich nichts, was ich von Gott her höre! Es hat nichts mit dem Evangelium zu tun! Ich kann zwar eine Menge Glauben in diese Idee investieren, doch die Gleichung, die Paulus am Anfang unseres Textes aufgestellt hat, ist nicht vollständig! Es ist Hören aus Gottes Wort + Glauben = Versiegelung oder Resultate. Wir brauchen diese zwei Faktoren Hören UND Glauben. Ansonsten kann diese Rechnung unmöglich aufgehen.

Gibt es Dinge in deinem Leben, an denen du schon lange rumknabberst und wo einfach nichts passiert? Dann überprüfe doch heute mal deine Rechnung! Vielleicht stimmt deine Gleichung noch nicht…