Wer zieht je auf eigene Kosten in den Krieg? Wer pflanzt einen Weinberg und ißt nicht von dessen Frucht? Oder wer weidet eine Herde und nährt sich nicht von der Milch der Herde? (1 Kor 9,7)

Heute morgen möchte ich ein heißes Thema ansprechen: Diener Gottes und Geld. Wer die Diskussionen um das sogenannte Wohlstandsevangelium verfolgt, kennt vermutlich auch den Hauptvorwurf: Diesen Predigern ginge es nur um den eigenen Wohlstand. Interessanterweise stehen in einer offenen Versammlung, wenn zum Beispiel ein Gastsprecher da ist, die meisten Leute dann auf und gehen, wenn es zur Sammlung kommt. Und sehr, sehr oft hört man den leisen Vorwurf: „Jetzt geht es wieder um Geld…“

Richtig, es geht um’s Geld! Und es geht um Verständnis der Ordnungen Gottes und Wertigkeit! Wusstest du, dass Gottes Wort hier ausgesprochen klar ist? Wusstest du, dass der Herr selbst angeordnet hat, dass die, welche das Evangelium verkünden, vom Evangelium leben sollen (1. Kor 9,14)? Es ist eine Ordnung Gottes, eine Anweisung von unserem Herrn Jesus, dass seine Diener davon leben sollen, dass sie dienen. Und zwar dienen sie einerseits dem Herrn, andererseits dienen sie mir und dir. Hast du schon mal darüber nachgedacht, dass dein Pastor dafür da ist, dass DU fit gemacht wirst? In Epheser 4,12 findest du den glasklaren Auftrag an den fünffältigen Dienst: Die Zurüstung der Heiligen zum Dienst. Der fünffältige Dienst ist dafür zuständig, dass DU ausgebildet wirst, um loszuziehen und den Auftrag zu erfüllen, den Jesus dir gegeben hat. Sogar der Evangelist, der ja ebenfalls zum fünffältigen Dienst gehört, ist nicht in erster Linie zum Evangelisieren da. Sogar er ist dazu da, DICH auszubilden, damit DU Menschen zu Jesus führst.

Nicht jeder ist in den Vollzeitdienst und in den fünffältigen Dienst berufen. Aber diejenigen, die es sind, sollen genau davon leben! Der Pastor, der die „Gemeindeschafe“ weidet, soll von der Milch seiner Herde leben. Und wenn er mal einem Schaf das Fell über die Ohren ziehen muss, kann er sich anschließend daraus eine Decke machen… Und das ist vollkommen legitim! Ich weiß, dass viel Mißbrauch mit diesen Dingen geschieht. Ich weiß, dass viele Christen sich (manchmal zu Recht) ausgenutzt und ausgenommen fühlen. Und dennoch ist es Gottes Ordnung. Ihr Lieben, wir müssen trotz aller Verletztheit zu den Ordnungen Gottes zurückkehren. Die Menschen, die in den Dienst für den Herrn und für dich berufen sind, sollen nichts anderes tun als das. Sie sollen genau davon leben.

In Kapitel 9 des ersten Korintherbriefs macht Paulus es sehr klar. Es ist vollkommen berechtigt, dass Diener Gottes von denen versorgt werden, denen sie dienen. Es ist vollkommen legitim, dass Finanzen oder sonstige Ressourcen für die Bedürfnisse der Diener eingesetzt werden. Oft geben Menschen „zweckgebunden“. Sie wollen bestimmte Dinge in der Gemeinde finanzieren und verhindern, dass ihre Gabe „verschwendet“ wird. Aber auch ein Pastor oder Evangelist braucht bei aller Geistlichkeit auch mal ein Paar neue Socken. Oder eine schicke Jeans. Oder einfach mal ein Essen in einem guten Restaurant. Ist das Verschwendung? Und wenn du es für Verschwendung hältst: Ist das vielleicht Missgunst?

In Galater 6,6 sagt Paulus der Gemeinde: „Wer im Wort unterrichtet wird, gebe dem, der ihn unterrichtet, Anteil an allen Gütern.“ Basta. Es entsetzt mich momentan, wie viel im Reich Gottes für selbstverständlich gehalten wird. Wie oft es für vollkommen normal gehalten wird, dass das, was jemand „für das Reich Gottes“ tut, kostenlos geschieht. Ich habe ein Buch für einen Verlag übersetzt, das auf deutsch auf den Markt kommen soll. Als es um das Honorar ging, wurde mir erstaunt mitgeteilt: „Wir haben noch nie etwas für Übersetzungen gezahlt! Das wurde immer freiwillig und für den Herrn gemacht!“

Ihr Lieben, der Arbeiter ist seines Lohnes wert. Das sagt übrigens Jesus, und er sagt es, als er seine Jünger „in die Mission“ schickt. Ich bin fast sicher, dass er es ihnen deshalb gesagt hat, dass sie lernen, von den Menschen zu empfangen, denen sie dienen. Aus irgendwelchen Gründen hat es sich in den Köpfen festgesetzt, dass wir die Dinge „für den Herrn“ tun – was mit anderen Worten bedeutet, dass wir es umsonst tun. Wie oft werden Gemeinden dafür kritisiert, dass sie Predigtaufnahmen verkaufen und nicht verschenken. Wie oft heißt es, dass christliche Bücher zu teuer wären. Wie oft kommen Beschwerden, dass jeden Sonntag eine Sammlung geschieht. Soll ich dir was verraten? Ich bin sogar dafür, dass dein Hauskreisleiter jede Woche eine Schachtel aufstellt, in die du etwas geben kannst. Was er dann mit dem Geld macht, kann und muss dir und mir völlig egal sein. Wenn er dich jede Woche im Wort unterrichtet, ist er berechtigt, von dir einen Anteil zu empfangen.

Die Frage ist übrigens auch nicht, ob die Qualität seiner Verkündigung es wert ist, dafür Geld zu bekommen. Die Frage ist, ob er es DIR wert ist. Es ist die Frage nach unseren Wertemaßstäben – nach unserer Wertschätzung. Wie viel ist dir ein Diener Gottes wert, den Gott in DEIN Leben gestellt hat, damit er DICH ausbildet?