Daß du nicht etwa einen Bund schließt mit den Einwohnern des Landes, und sie, wenn sie ihren Göttern nachhuren und ihren Göttern opfern, dich einladen und du dann von ihrem Opfer ißt, und deinen Söhnen ihre Töchter zu Frauen nimmst und ihre Töchter dann ihren Göttern nachhuren und deine Söhne verführen, daß sie auch ihren Göttern nachhuren. (2 Mose 34,15-16)

Falls du dich wunderst, warum wir momentan immer im Alten Testament starten: Ich habe vor einigen Wochen den Impuls gehabt, die Bibel von der ersten bis zur letzten Seite zu lesen. Und da mir dabei immer interessante Dinge auffallen, geht es nur sehr langsam vorwärts… Heute wollen wir mal einen Blick darauf werfen, welche Anleitung wir hier in 2. Mose dafür finden, vollkommen ins Verderben gestürzt zu werden, und zwar für Generationen.

Die Situation ist folgende: Mose befindet sich auf dem Berg vor Gott und hat den zweiten Satz Steintafeln dabei, nachdem er die ersten gerade zertrümmert hatte. Gott wiederholt quasi die zehn Gebote, und Mose muss dieses Mal selbst schreiben. Gott sagt ihm noch mal aufs Neue, dass er ein eifersüchtiger Gott ist, der keine anderen Götter duldet. Er trägt Mose auf, die Götzenbilder fremder Götter zu zerstören. Und zwar aus folgendem Grund: Sie werden Nachbarn haben. Mit diesen Nachbarn werden sie einen Bund (oder quasi Freundschaft) schließen – Achtung, hier kommt Schritt 1 zum Unglück, aber der ist noch harmlos, er öffnet nur die Tür. Schritt 2: Die Nachbarn sprechen eine freundliche Einladung aus, sich am Opfer für ihre Götter zu beteiligen. Schritt 3: Das Volk isst mit (das Ganze hatte auch damals schon eine Art Volksfest-Charakter). Schritt 4: Es kommt zu Verbandelungen unter den Kindern, die Söhne des Volkes heiraten Töchter des fremden Volkes. Schritt 5: die fremden Töchter bleiben bei ihrer Götzenanbetung. Schritt 6: Die Söhne des Volkes machen mit. Das Ende: Dämonenanbetung.

Wir müssen uns hier zwei Dinge vor Augen führen: Es gibt nur einen Gott, nämlich den Schöpfer des Himmels und der Erde. Und wenn es nur einen Gott gibt, muss jeder andere Gott ein Nicht-Gott sein. Daher ist jeder fremde Gott schlussendlich nichts anderes als ein Dämon, den Menschen als Gott verehren. Im Alten Testament findest du die diversen Mond- und Naturgötter, die Griechen im Neuen Testament hatten einen Gott für so ziemlich alles. Dahinter steht nichts anderes als eine dämonische Kraft aus der Hölle. Zweitens sehen wir hier ein geistliches Gesetz in Aktion: Schlechter Umgang verdirbt gute Sitten (1 Kor 15,33).

Dieser Vers beschreibt eine Wahrheit, die wir so nicht unbedingt unterschreiben würden, aber lass uns mal einen Moment nachdenken. Wenn die Bibel recht hat (und das hat sie meistens), bedeutet das, dass gute Sitten immer verdorben werden, wenn man schlechten Umgang pflegt. Wir Christen allerdings sind oft so (naiv) gestrickt, dass wir meinen: Wir mischen den Laden auf! Wir sind Licht der Welt, uns kann hier gar nichts passieren. Wir sind Kopf, und nicht Schwanz. Und dann heiratet man den Ungläubigen, weil man meint, dass der sich ja unter unserem guten Einfluss bekehren wird. Oder man steigt in seltsame Vorhaben ein, weil man ja dafür sorgt, dass alles in Ordnung kommen wird. Oder man macht bei interessanten Freizeitbeschäftigungen mit, weil man ja die ungläubigen Bekannten perfekt evangelisieren kann.

Auch wenn ich keine sicheren Zahlen vorweisen kann, garantiere ich dir, dass diese Schüsse in 9 von 10 Fällen nach hinten losgehen. Entweder ist das der Einstieg in den Abstieg des Christen, oder es kam sehr schnell wieder zu einer Trennung. Aber die erhoffte Wirkung, Ungläubige zu bekehren, ist extrem selten. Warum ist das so? Warum sind wir als Christen in diesem Bereich unterlegen? Es wäre doch die perfekte Evangelisationsstrategie! Wieviele Gemeinden wären innerhalb kürzester Zeit doppelt so groß, wenn alle Singles einen Ungläubigen heiraten würden, der sich dann zu Jesus bekehrt? Aber mal ehrlich: Wieviele solcher Fälle kennst du? Und wie viele Fälle kennst du, in denen sich der Gläubige in solchen Beziehungen immer weiter von Gott entfernt?

Um ehrlich zu sein: Ich habe keine endgültige Antwort darauf. Auf der einen Seite haben wir in Christus Autorität, Vollmacht und reichlich Verheißungen, auf die man sich mit Pauken und Trompeten und viel Hara-Kiri stellen kann. Auf der anderen Seite warnt uns Gottes Wort ausdrücklich vor Vermischung mit Ungläubigen (nicht nur im Bereich von Partnerschaft). Moslems sind da übrigens extrem konsequent. Sie machen Geschäfte vor allem untereinander, leben miteinander, heiraten nur untereinander und besuchen praktisch keine Volksfeste in ihren Städten (achte mal darauf!). Eine Erklärung ist für mich, dass wir aufgrund unserer seelischen Veranlagung die Tür weiter aufmachen als gut für uns ist (man will ja nett und offen sein) und uns aus dem geistlichen Schutzraum begeben.

Bitte fall jetzt nicht auf der anderen Seite vom Pferd, indem du deinen Job und Freundschaften kündigst und in ein Kloster gehst. Aber die Warnung vor allzu blauäugiger Verbrüderung ist offensichtlich berechtigt. Gerade im Bereich von Kindererziehung siehst du hier die Chance, die Weichen zu stellen. Sprüche 22,6 sagt: Gewöhne den Knaben an den Weg, den er gehen soll, so wird er nicht davon weichen, wenn er alt wird! Aber auch das funktioniert nur, wenn wir den Weg selbst kennen und vor allem konsequent in unseren eigenen Wegen sind…