Aber ein Mann spannte seinen Bogen aufs Geratewohl und traf den König von Israel zwischen den Fugen des Panzers. Da sprach er zu seinem Wagenlenker: Wende um und bringe mich aus dem Heer; denn ich bin verwundet! (2 Chr 18,33)

In den Versen zuvor finden wir einige sehr aufschlussreiche Berichte über das Verhältnis zwischen dem König von Israel und dem König von Juda. Zum Hintergrund: Israel war gespalten worden in das Königreich Israel und das Königreich Juda. Zu Juda gehörte der Stamm Benjamin und der Stamm Juda, zu Israel die übrigen 10 Stämme. König David stammte aus dem Stamm Benjamin, so dass sich seine Linie also im Königreich Juda fortsetzte. Aufgrund einer Aueinandersetzung innerhalb des Volkes Israel war es zu dieser Trennung gekommen und sie dauert über viele Generationen an. Dazu gab es regelmäßig kriegerische Auseinandersetzungen dieser beiden Königreiche.

Nun hatte sich Josaphat, König von Juda, mit Ahab, König von Israel, verschwägert. Ahab will mit ihm in den Krieg gegen den König von Aram ziehen und Josaphat fragt ihn, ob er denn den Herrn zu dieser Idee befragt hat. Daraufhin lässt König Ahab 400 Propheten auflaufen, die alle das gleiche sagen: „Tu es, du wirst gewinnen.“ Josaphat traut dem Braten nicht so recht und fragt, ob es nicht noch einen Propheten gibt, den man befragen könnte. Den gibt es, und zwar Micha, der von König Ahab abgrundtief gehasst wird – weil er ihm nämlich nie das sagt, was Ahab gern hören möchte. Das Verhältnis zwischen diesem Propheten und dem König ist eine interessante Geschichte für sich. Micha jedenfalls verheißt nichts Gutes für den Krieg und wird prompt gefangengenommen.

Der Krieg beginnt. Ahab begibt sich verkleidet – quasi inkognito – in die Schlacht, während Josaphat als König erkennbar bleibt. Die Strategie ihres Gegners, König Arams, bestand darin, sich auf den König von Israel zu konzentrieren. Er sollte so schnell wie möglich beseitigt werden. Im Schlachtgetümmel schart sich auf einmal alles um Josaphat, der für den König von Israel gehalten wird. Und hier beginnt eine interessante Entwicklung. Josaphat bemerkt, dass er in ernsten Schwierigkeiten steckt und schreit zu Gott um Hilfe. „Und Gott lockte sie von ihm weg“ (2 Chr 18,31). König Ahab blieb unerkannt mitten unter seinen Gegnern. Und wird von einem Pfeil getroffen, den jemand einfach so ins Blaue schickt – Volltreffer. Wir haben hier also zwei Könige, die beide zum Volk Israel gehören, die beide Gott kennen und die innerhalb von nur drei Versen ein vollkommen unterschiedliches Schicksal erleiden. Der eine wird in der größten Bedrängnis bewahrt, der andere wird durch einen Zufallstreffer getötet.

Die gleiche Frage stellen sich auch manche Christen: Warum passiert mir ein Unglück nach dem anderen, während andere um mich herum verschont zu bleiben scheinen? Warum trifft es immer mich?  Die Antwort liegt im Zustand unseres Herzens. In 2. Chronik 16,9 heißt es: Denn die Augen des Herrn durchstreifen die ganze Erde, um sich mächtig zu erweisen an denen, deren Herz ungeteilt auf ihn gerichtet ist. Das ist der Schlüssel! Gott erweist sich MÄCHTIG an denen, deren Herz UNGETEILT auf ihn gerichtet ist. Und seine Augen durchstreifen ununterbrochen die ganze Erde, um diese Menschen zu finden. Interessant ist auch die Reihenfolge. Gott lässt sich nicht von denen bitten, deren Herz ungeteilt auf ihn gerichtet ist, sondern er sucht sie! Gott hält seinerseits permanent Ausschau nach denen mit einem ungeteilten Herz, damit er sich an ihnen mächtig erweisen kann. Ihr Lieben, unser Herz für Gott erregt mächtig Aufmerksamkeit!

Die neutestamentliche Entsprechung für diesen Sachverhalt ist Matthäus 6,33: Trachtet vielmehr zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch dies alles hinzugefügt werden! Was heißt es, zuerst nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit zu trachten? Es bedeutet, als erstes an Gott, seine Prinzipien, seine Verheißungen und seine Anforderungen an uns zu denken. Es bedeutet, unser Leben komplett an ihm und seinem Wort auszurichten. Das heißt auch unsere Terminplanung, unsere Geldausgaben, unsere Beziehungen, unsere Gemeinde, unsere Freizeitgestaltung usw. Klingt das gesetzlich? Nein, das klingt ungeteilt. Ungeteilt heißt auch unvermischt und entschlossen. Wir müssen uns entscheiden! Manche Hobbies, Beziehungen, Umgangsweisen mit Finanzen etc. passen einfach nicht mit dem Reich Gottes zusammen. Doch je mehr wir uns mit unserem ganzen Sein Gott und seinem Wort verschreiben, desto mehr werden wir erleben, was sein Wort sagt.

Hat Gott uns weniger lieb oder verlieren wir unsere Errettung? Nein. Wir erleben bloß Gott nicht in dem Maß, wie wir es uns wünschen oder wie wir es vielleicht sogar dringend brauchen. Bestraft uns Gott für unsere Geteiltheit? Nein. Wir setzen bloß geistliche Gesetze außer Kraft bzw. andere in Kraft, indem wir selbst die Tür für den Feind öffnen. Muss ich jetzt sofort auf einen Schlag mein Leben ändern? Nein, denn wie so vieles im Leben ist auch dies ein Entwicklungsprozess. Alles andere wäre auch ziemlich ungesund. Es beginnt mit einer Entscheidung, die der Bekehrung eigentlich sehr ähnlich ist. Als wir unser Leben Jesus gegeben haben, haben wir ihn eingeladen, unser Herr zu werden. Im Prinzip geht es jetzt eigentlich nur noch darum, Jesus diese Herrschaft auch faktisch zu übertragen. Es beginnt damit, dass wir ihn in unsere Entscheidungen einbeziehen. Dazu gehört eben oft auch, den unbequemeren (aber richtigen) Weg zu gehen.

Wenn dich dieser Artikel betrifft und du sagst, du möchtest dein Leben so verändern, dass Gottes Augen auf der Suche nach einem ungeteilten Herz, an dem er sich mächtig erweisen kann, dich finden, beginnt es mit einer einfachen Entscheidung und einem Gebet, wo du Jesus ganz neu einlädst, dein Leben faktisch zu durchdringen und „aufzuräumen“, wo es etwas aufzuräumen gibt. Und wenn du dich auf diesen Prozess einlässt und lernst, mehr und mehr Entscheidungen zu treffen, die mit dem Reich und dem Wort Gottes übereinstimmen, wirst du erleben, wie sich Gott in deinem Leben auf eine bisher unbekannte Weise manifestiert.